FRANZÖSISCHE FILME

Der Erpresser (Die letzte Warnung)

OT: Armaguedon

F/I 1977

R: Alain Jessua

D: Alain Delon, Jean Yanne, Renato Salvatori, Michel Duchaussoy

Louis Carrier (Jean Yanne) erbt ein wenig, schmeisst seine Arbeit hin und überlegt wie er seine narzistischen Neigungen ausleben kann. Als ein Attentat auf einen Minister misslingt bringt ihn durch Zufall sein minderbemittelter Freund „Einstein“ (Renato Salvatori) auf den Namen Armageddon – der Zorn Gottes. Er beginnt Drohungen mit verzerrter Stimme auf Tonbänder aufzunehmen und verschickt diese in halb Europa mit Anschlagsszenarien und Morddrohungen.

Kriminalpsychologe Ambrose (Alain Delon) macht sich ein Bild und schätzt Armageddon als aggressiv & bösartig ein. Er fordert ihn über das Fernsehen heraus was ihm auch gelingt, Armageddon wird immer verbissener und gewagter aber auch gestörter……

Äusserst traurig-tragischer Thriller mit einer bizarren Geschichte und einem hervorragendem Jean Yanne als Erpresser Armageddon. Die Einfälle werden immer extremer und ausgefallener und die „Konversation“ über die Medien richtet sich immer stärker an Psychiater Ambrose.

Bizarr die inszenierte Hinrichtung eines Strichers und einer Dirne die für ein gemeinsames Sexspiel in Taucheranzügen (!) unter Strom gesetzt werden und der Todeskampf fotografisch dokumentiert wird.

Ein guter aber auch eigenwilliger Film wie er auch nur aus Frankreich kommen konnte.

Es gibt keine digitale Auswertung aber deutsche VHS Auswertungen sowie Ausstrahlungen auf Kinowelt.

Jagd auf Jeff

OT: Jeff

F/I 1969

R: Jean Herman

D: Alain Delon, Mireille Darc, Georges Rouquier

M: Francois de Roubaix

Jeff und seine Bande überfallen den Diamantenhändler Grünstein. Parallel wird dem seine Frau entführt von weiteren Männern von Jeff.  Die Gekidnappte funktioniert als Druckmittel und der Coup geht perfekt auf. Als sich die Bande in ihrem Versteck, einem Boxclub, wieder zusammenfindet taucht Jeff nicht auf. Die Bandenmitglieder werden misstraurisch, alle ausser einem, der noch immer auf Jeff hält, Laurent (Alain Delon). Es kommt zum Bruch zwischen den Bandenmitgliedern und sie versuchen über Jeff´s Freundin Eva (Mireille Darc) an Jeff zu kommen. Doch Laurent hilft ihr und flüchtet nach Belgien um nach Jeff zu suchen doch die Bande ist ihnen schon auf der Spur…..

Zu Unrecht relaitv unbekannter knochentrockener Franzosenthriller mit einem wie immer hervorragend agierenden Delon. Mireille sieht verdammt sexy & knackig aus, kein wunder das sich Alain in die Dame verguckt hat. Hervorheben möchte ich auch noch den schön melancholischen Score von de Roubaix, der Mann war eigentlich auch immer eine Bank.

Gesehen hab ich eine alte (90er) Sat1 Ausstrahlung die meines Erachtens leicht geschnitten ist. Leider fehlt mir ein Vergleich doch die IMDB zeichnet eine Laufzeit von 92min. aus und meine lief grad mal 81!

Ich steh einfach auf die Franzosen und Alain hat bei mir immer einen Stein im Brett – huit point.

Der eiskalte Wolf

OT: Dancing Machine

F/E 1990

R: Gilles Behat

D: Alain Delon, Claude Brasseur, Patrick Dupond

Monsieur Wolf (Alain Delon) ist der Betreiber eines Tanzstudios in dessen Umfeld immer wieder Frauen an Erschöpfung sterben. Er selbst war zu früheren Zeiten ein Meistertänzer aber nachdem ihn ein Motorradunfall leicht behindert hat geht er am Stock. Inspektor Erpavier verdächtigt Wolf und nachdem seine Ex-Frau und ein Tanzlehrer sterben ist er von seiner Schuld überzeugt. Er versucht Wolf´s Geliebte zu retten sieht er doch sie als nächstes Opfer…..

Sehr eigenwilliger und etwas schräger Thriller der schwer die 80er atmet – Delon agiert aber wieder fürstlich als Monsieur Wolf. Als Delon Komplettist führt hier kein Weg vorbei und sollte man den Flair der Spätachtziger schätzen wird man an dem Film durchaus seine Freude haben. Allen anderen sei geraten, haltet euch an den Clan der Sizilianer oder dem Tödlichen Hass, in Wolf´s Tanzstudio habt ihr nichts verloren.

Strasse nach Salina, Die

(La Route de Salina, Sur la route de Salina)

F/I 1971

R: Georges Lautner

D: Robert Walker jr., Mimsy Farmer, Rita Hayworth, Marc Porel, Ed Begley

M: Christophe / Clinic

Jonas (Robert Walker jr.) ist per Autostop unterwegs und erreicht eine Tankstelle wo er als Rocky und Sohn der Pächter (Rita Hayworth als seine Mama Mara sowie Ed Begley als Warren) erkannt wird. Er spielt das Spiel mit und auch das Zusammentreffen mit seiner „Schwester“ Billie (Mimsy Farmer) ändert daran nichts, er bleibt für alle Rocky. Nach einigen Tagen beginnt er eine Liebesaffäre mit Billie. Als er dann auf Linda trifft, Warren´s Tochter, erkennt diese ihn aber nicht. Jonas beginnt nun zu suchen und zu stöbern und stösst auf viele Geheimnisse. Das erste Foto welches Jonas von Rocky findet sieht ihm absolut nicht ähnlich handelt es sich doch glatt um Marc Porel!

Georges Lautner hat hier einen wirklich sehr schönen & atmosphärischen Film mit einem starken End 60er Touch gezaubert der in allen Belangen begeistern kann. Stark der wundervolle, leicht  Progrock/Hippiesque Soundtrack von Christophe bzw. Clinic sowie die fantastisch eingefangenen Landschaftsbilder  die vor Hitze, Meer und Sand nur so strotzen. Alles ist von Anfang an mysteriös und die Geschichte wird in Rückblenden erzählt. Ein ruhig erzählter aber sehr dichter, einvernehmender Thriller.

In Gedenken an den kürzlich verstorbenen Lautner endlich & erstmalig gesichtet da vor kurzem auf Kabel 1 gelaufen. Ein Film der sich eine schöne DVD allemal verdient hätte! Merci, huit point!

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EIN BULLE SIEHT ROT (aka EiSKALT & OHNE GNADE)

OT: Un Conde

F/I 1970

R: Yves Boisset

D: Michel Bouquet, Gianni Garko, Michel Constantin, Adolfo Celi, Bernard Fresson, Francoise Fabian

Barbetreiber Roger wird von der Gangsterbande eines gewissen Tavernier unter Druck gesetzt. Da Schläge nicht reichen wird er kurzerhand vom Dach geworfen. Roger´s Schwester Helene  (Francoise Fabian) wird als Erbin der Bar auch sofort unter Druck gesetzt doch Roger´s Freunde Dan Rover (Gianni Garko) & Viletti (Michel Constantin) wollen den Tod von Roger rächen. Dies tun sie auch indem sie Tarvernier und dessen Freundin exekutieren. Da aber Tarverniers Casino von den Inspektoren Barniero (Bernard Fresson) und Favenin (Michel Bouquet) beobachtet wird greifen diese ein und verfolgen die beiden Rächer auf das Dach. Dabei erschiesst aber Dan Barniero und die beiden können entkommen. Komissar Favenin sieht dadurch rot und mach sich auf zur Selbstjustiz……

Schätze ich Regisseur Boisset seit längerem mehr und mehr komme ich nach Sichtung einiger seiner harten Krimis in letzter Zeit absolut ins Schwelgen. Völlig trocken, humorlos und hart aber dadurch realistisch und effektiv – egal ob man Kommando Cobra oder eben Eiskalt und ohne Gnade sieht der Mann hat alles richtig gemacht. Auch der Cast ist ein Traum und jede Rolle wurde perfekt besetzt!

Gianni Garko und Michel Constantin als gnadenlose Rächer, Adolfo Celi als undurchsichtiger Polizeichef und natürlich Bernard Fresson und der grandiose Michel Bouquet als Bullen, es geht einfach nicht besser.

Leider sind beide deutschen VHS leicht geschnitten, die Eiskalt und ohne Gnade (Polaris) sogar ein klein wenig mehr als die Ein Bulle sieht rot (VMP).  Der Film ist in Frankreich aber schon uncut erschienen, kann den bitte wer rausbringen?!?

Fantastisches, knochenhartes Franzackenkino welches nur die Höchstnote verdient – dix points!

 

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KOMMANDO COBRA

(aka City Hunter, Tödlicher Auftrag)
OT: Le saut de L´ange

R: Yves Boisset
D: Jean Yanne, Senta Berger, Sterling Hayden, Gordon Mitchell, Raymond Pellegrin

In Marseille wird aufgeräumt unter der Familie Orsini, nachdem die beiden Brüder Lucien & Marc von unserem Gordon Mitchell in der Rolle namens Di Fusco zur Strecke gebracht werden, begibt sich Gordon nach Thailand um auch den letzten der Orsinis, Louis, zu meucheln.
Doch in Thailand geht einiges schief, Di Fusco erledigt unabsichtlich Louis Frau und wird dannach von Louis und seinen vietnamesischen Gefolgsleuten gejagt und zum reden gezwungen. Louis erfährt dadurch das der Auftraggeber in Marseille sitzt und begibt sich zurück in seine Heimat um zusammen mit seinen ehemaligen Kampfgefährten, eben diese 2 Vietnamesen aus dem Indochina Krieg, mit welchen er das Kommando Cobra anführte, rein Tisch zu machen.
In Marseille angekommen erfährt Louis das auch seine Tochter getötet wurde und nun kennt das Kommando Cobra keine Gnade….
Grosses, hartes Franzosenkino von Yves Boisset der hier wirklich keine Gefangenen macht. Hervorragend besetzt gibt’s in diesem Film zuerst einen Mord- und danach einen Rachefeldzug der wahrlich seinesgleiche sucht. Die Story ist clever aufgebaut und spannend bis zum Schluss. Unser Gordon ist einfach grandios als gnadenloser Killer inkl. dickem Schnäuz. Senta Berger ist heiss wie mein Espresso und nicht wirklich eine trauernde Witwe. Die beiden Vietnamesen geben ein köstliches Killerduo ab, Zitat Film „das waren Chinesen, die sind wie Ratten über das Dach verschwunden…“
Sterling Hayden ist auch dabei als US Cop der eigentlich ein Freund von Louis ist/war aber dann natürlich auf Seiten des Gesetzes steht. Louis (Jean Yanne) ist eine grundsolide Besetzung für den Racheengel und er zieht sein Ding bis zum bitteren Ende durch….
Auffallend auch der wunderschöne Score von Francois de Roubaix (z.B. Blut an den Lippen) der höchst melancholisch das ganze Treiben unterstreicht.
Leider leider sind die VHS wie auch TV Fassungen cut um ca. 4 min, zumindest alle die ich kenne – natürlich bei den Gewaltszenen, und von denen gibt es nicht nur viele sondern auch äusserst blutige. Ich wünsche mir eine schöne vollständige DVD im richtigen Format bitte und zücke neuf points.

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DER SCHOCKER

OT: Traitement de choc

F/I  1973

D: Alain Delon, Annie Giradot, Robert Hirsch, Michel Duchaussoy

R: Alain Jessua

Helene (Annie Giradot) begibt sich auf Erholungskur in die Klinik von Dr. Devilers (Alain Delon) welcher ein Sanatorium auf einer Insel betreibt die sich auf Frischzellenkur von erfolgreichen und gestressten Geschäftsleuten spezialisiert hat. Nach ein paar Tagen purer Erholung wird sie aber von ihrem Bekannten Gerome (Robert Hirsch) gewarnt das sie die Insel besser verlassen soll. Die Behandlung sei wie eine Droge und man käme nicht los von dieser bzw. von der Behandlung Dr. Devilers. Am nächsten Tag wird Gerome tot aufgefunden, zerschmettert auf den Klippen. Die Polizei hat aber schnell eine Erklärung nämlich seine Schulden und tut diesen Vorfall als Selbstmord ab. Nicht so Helene die mehr und mehr skeptisch wird und dem Treiben in der Klinik kritisch gegenüber steht. Nachdem einer des Reinigungspersonals verschwindet beginnt Helene Nachforschungen anzustellen…..

Grossartiger, gesellschaftskritischer Franzackenthriller der mit einer hervorvorragender Besetzung zu Gefallen weiss. Das Sanatorium kommt beklemmend klinisch rüber und die Patienten fühlen sich durchwegs alle fantastisch und können von dem Verjüngerungsprozess gar nicht mehr genug bekommen. Das Hilfspersonal, allesamt Portugiesen, sind nicht nur zum putzen da, aber ich will da nicht spoilern. Alain Delon spielt den wunderschönen aber aalglatten Klinikchef Devilers hervorragend und als Bonus für alle Damen hier auch komplett nackt am Strand beim gemeinsamen Bad!  Annie Giradot ist die Idealbesetzung als skeptische und alles in Frage stellende Patientin die dem Geheimnis auf die Spur kommen will.

Erinnert hat mich das stylische Werk an Corrado Farina´s „Wettlauf gegen den Tod“ oder Michael Crichton´s „Coma“. Ein Film bei dem man wenig falsch machen kann schätzt man gute Schauspielkunst sowie stimmige Thriller mit spezieller Thematik. Neuf points (und da ist einer ganz allein für Delon´s Spatzi)!

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Mädchen von St. Tropez, Das

aka Ragazzina Perversa, La,

aka Une vierge pour St. Tropez

F/I 1975

R: Georges Friedland (angeblich Jess Franco)

D: Marianne Remont, Jean-Pierre Delamour, Paul Muller, James Harris

Andre (Jean-Pierre Delamour) ist eine Sau – er lullt seine neue Liebschaft Maria  (Marianne Remont) total ein und erzählt ihr das Blaue vom Himmel. Während des Flirtens durch St. Tropez telefoniert Andre schon mal mit der Komplizenschaft, „die ist schon ganz spitz und grad 17, also genau perfekt“.

Im Liebesnest angekommen wird sie mal entjungfert „na, spürst du mich?“ doch am nächsten Morgen ist Eile geboten. Andre hat etwas zu verbergen und muss aus dem Domizil abhauen. Er erzählt ihr das dies das Haus seines Vaters ist der ihn rausgeschmissen hat. Ob dies nun alles stimmt, wir wissen es noch nicht. Später begeben die beiden sich zurück zu „seinem“ Haus und beim gemeinsamen inspizieren der Hütte wird Maria von 2 Hausangestellten überrascht. Andre macht den Verschwindibus während Maria von dem einen brutal vergewaltigt wird. Als der andere Maria nehmen will kommt der Besitzer des Hauses zurück, Andres Vater (Paul Muller). Doch beim klärendem Gespräch stellt sich heraus das die Geschichte frei erfunden ist und der Mann gar keinen Sohn hat. Der Mann, Mr. Witson, lässt sich nun die Geschichte von Maria erzählen wie sie diesen Andre kennenlernte. …..

Das ganze fängt wie eine Liebesgeschichte mit Krimihandlung an und droht zu einer Sleazegranate zu werden.  Die Erzählungen von Maria sind im Stile der Reportfilme aber dann doch irgendwie schmieriger. Laut Paul Muller hat den Grossteil des Films Jess Franco abgedreht. Die Produktionsfirma ist die berüchtigte Eurocine für die Onkel Jess ja immer wieder mal tätig war. Kann leicht zutreffen, fix ist das Schier Film die gute & leicht sleazige deutsche Synchro angelegt hat. Die Abenteuer gehen so dahin, gut Maria´s Aufenthalt im Kommunenhaus wo es zum Rudelfick kommt. Das gefällt unserer Jungfrau doch sie wird noch nicht entjungfert. Andre fährt dazwischen nur um dann vor ihren Augen eine andere zu nehmen – Scheiss Hippies!

Auch gut wie sich Hr. Muller’s wahres Gesicht zeigt und er Maria offenbart was er so mag – private Sexshows im häuslichem Rahmen mit geladenen Gästen, also Livesexe (Schaubumsen nennts der Schier) und Andre ist der Hauptakteur! Das findet Maria gar nicht lustig, aber dafür ich.

Resume der Geschichte, ein Film den man nicht sehen muss ausser man glaubt dem Muller Paule und ist Jess Franco Komplettist und davon soll es ja eine handvoll Leute geben. Der Sleazezug fährt im ersten Gang und das ist dem abgehalfterten Schmierfink dieser Zeilen dann doch ein bisschen zu wenig.

Vorsichtig 5 Punkte schmeiss ich in den Bewertungstopf, obwohl, ich mag den Paul Muller und die Titten der Maria, also Sex.

P.S.: richtig goldig der Videocassettencover Spruch, „ein film voller Liebe, Zärtlichkeit und Hingabe“ – na denn!